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100 Jahre Röthenbacher SPD - Was ist in dieser Zeit alles geschehen?
Die Entwicklung der Röthenbacher SPD
Als im Jahre 1863 Ferdinand Lassalle seinen „Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein“, den Quell unserer heutigen Sozialdemokratischen Partei ins Leben rief, ging diese Tatsache, neben vielen anderen bedeutenden Ereignissen der deutschen und der Weltgeschichte , an den wenigen Röthenbacher Bürgern, die damals in dem damals verträumten kleinen Ort wohnten, fast spurlos und ohne große Aufmerksamkeit zu erregen, vorbei. Die damals lebenden Röthenbacher waren in Klein- und Kleinstbetrieben wie Papiermühlen, oder bei Bauern als Tagelöhner und Knechte beschäftigt. Die großen sozialen Probleme, die durch die industrielle Revolution, vor allem in den Industriezentren, zum Durchbruch kamen, standen in Röthenbach noch im Hintergrund. Auch der Zusammenschluß des Lassalle’schen Arbeitervereins mit der „Sozialdemokratischen Arbeiterpartei“ von Bebel und Liebknecht 1875 zur Sozialdemokratischen Partei und die Sozialistengesetze Bismarck’s, die von 1878 – 1890 die Arbeit der Sozialdemokraten einschränkten und die erste Bewährungsprobe der jungen SPD darstellen, haben in Röthenbach noch keine nachweisbaren Spuren hinterlassen.
Die zwischen 1880 und 1900, bedingt durch die Ansiedlung der Fa. C. Conradty, zugewanderten Arbeiter und ihren Familien kamen aus noch ärmeren und sozial schwächeren Gebieten, wo damals sehr schlecht bezahlte Fronarbeit geleistet werden mußte. Die Zuwanderer aus der Oberpfalz, aus Oberfranken, Niederbayern, aus dem Böhmerwald und dem Sudetenland waren ihrer ursprünglichen Heimat als Tagelöhner, Waldarbeiter, Glasschleifer und als andere gering entlohnte Arbeitskräfte beschäftigt. Erst allmählich gliederten sie sich in das bescheidene Vereinsleben des Ortes ein, schlossen sich aber als Arbeiter doch sehr bald zu den Vereinen zusammen, die den Gedanken der Solidarität verfolgten und den Arbeitnehmern ihre noch sehr karge Freizeit verschönern wollten. So entstanden noch im vorigen Jahrhundert und zu Beginn des neuen unter anderem ein Arbeitergesangverein, der Radsportverein „Solidarität“ und der Arbeitersportverein, als TSV 1899 heute weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus bekannt.
Nicht übersehen werden darf der „Konsumverein“, zu dessen Gründung im „Laufer Wochenblatt“ für den 30. Januar 1898 eingeladen wurde. Um den armen Mitbürgern günstigere Einkaufsmöglichkeiten zu bieten, haben spätere Genossen wie Paul Fleischmann und Michael Schröpfer zur Gründung maßgeblich beigetragen. Im gleichen Jahr 1898 scheiterte die Bildung eines „Sozialdemokratischen Wahlvereins“ in Röthenbach, wie aus dem Schreiben vom 25.10.1898 des Königlichen Bezirksamts Hersbruck ersichtlich ist.
Es war aber trotzdem nur noch eine Frage der Zeit, bis sich auch in unserer Heimatstadt Männer zusammenfanden, um einen Ortsverein der Sozialdemokratischen Partei zu gründen. Dies geschah ja mit Sicherheit nicht, um einen weiteren „Verein“ im Dorf zu haben, sondern aus der Notwendigkeit heraus. Die hiesigen Industriearbeiter waren nicht nur in Röthenbach selbst, sondern auch in Nürnberg und Lauf beschäftigt. Sie erkannten, daß ihre politischen Interessen von den bis dahin vorhanden Parteien nicht vertreten wurden. Die ganzen Zeitumstände, das Werden der Sozialgesetzgebung, die Sicherung im Krankheitsfall und vieles andere mehr machten die Sozialdemokratische Partei zu dem, was sie auch heute noch ist: zur Vertreterin der Arbeitnehmerschaft in Deutschland und damit auch in Röthenbach.
Bestärkt wurden die Bemühungen durch das hervorragende Abschneiden der Sozialdemokraten bei den Reichstagswahlen im Juni 1903. Von 354 Stimmen entfielen auf die SPD 265 oder 74,8%. Bei der Reichstagswahl 1907 erhielt unsere Partei von 542 Stimmen einen Anteil von 7,6% (366 Stimmen). Auch 1912 wurde wiederum mit 676 von 933 Stimmen (72,5%) ein Traumergebnis erzielt.
Am 6. August 1910 fand schließlich die Gründungsversammlung statt, aus der die erste Vorstandschaft der SPD in Röthenbach hervorging.1.Vorstand Karl Birner, Norisstraße 72.Vorstand Georg Mages, Schnackenhof 6Kassier Michael Schröpfer, Schützenstraße 21.Schriftführer Hans Römisch, Friedhofstraße 92.Schriftführer Fritz Naber, Wallstraße 4Revisoren Paul Fleischmann, Johann Irowitz, Johann Siegert
Am 23.8.1910 erfolgte durch den damaligen Bürgermeister Zimmermann die Eintragung in das „Verzeichnis der politischen Vereine“ und damit die Genehmigung. Wie wichtig und notwendig diese Gründung war bezeugen auch die statistischen Zahlen aus der Tagespost im Hinblick auf die Mitgliederbewegung. 6.8.1910: Gründung, 30.6.1911: 105 Mitglieder, 31.3.1913: 159 Mitglieder, davon bereits 10 Frauen, was die schon immer fortschrittliche Einstellung der SPD beweist.
Im weiteren Verlauf muß die Geschichte unserer Partei in Röthenbach sich vor allem an der Entwicklung unserer Stadt darstellen, da es ja zwischenzeitlich ein „1000jähriges Reich“ gab, das nicht nur Trümmer, Not und Elend hinterließ, sondern auch die meisten Unterlagen aus der Zeit vor 1933 vernichtete. Es ist deshalb verzeihlich, daß verhältnismäßig unbedeutende Dokumente in diese Betrachtung einbezogen werden.
Doch zurück in das Jahr 1910. Nach der Gründung der SPD fand diese rasch Zulauf und verschiedene Männer – außer der schon bekannten Vorstandschaft unter anderem die Genossen Knörich, Kude und Rötzer – wurden aktiv, als Vertreter ihrer arbeitenden Kollegen bekannt und in die Verantwortung genommen. Die vom Kaiser als „vaterlandslose Gesellen“ beschimpften Sozis waren es, die tatkräftig am Aufbau der Demokratie im Land, in den Städten und Gemeinden, und somit auch in Röthenbach, mithalfen.
Es ist doch bezeichnend, daß ein Mitglied der sozialdemokratischen Gemeinderatsfraktion, der Genosse Schwankel, im November 1913 für seine Parteifreunde den Antrag auf Einführung einer Geschäftsordnung zur besseren Abwicklung der Sitzungen stellen mußte. Unser Genosse Schwankel mußte sogar einen Sühnetermin über sich ergehen lassen, weil er sich mit der Ablehnung dieses „sozialdemokratischen Produktes“ nicht abfand. Welch demokratisches Verständnis und welchen Weitblick hatten unsere Genossen schon vor über 70 Jahren. Welcher Mut gehörte dazu, gegen die damaligen „Größen“ der Firma Conradty zu stimmen, da man doch selbst einen Arbeitsplatz dort hatte.
Gegen Ende des schrecklichen 1. Weltkrieges, der auch unter den Sozialdemokraten große Opfer forderte, kam es zur Spaltung der SPD. Die USPD und die MSPD entstanden. Diese Tatsache ging an Röthenbach nicht spurlos vorbei. Genosse Georg Roth erklärte am 3.4.1918 den Anschluß an die USPD. Es war ja wohl selbstverständlich, daß nach 1918 und den folgenden schwierigen Jahren, als 1919 unser Genosse Friedrich Ebert zum 1. Reichspräsidenten gewählt wurde, auch in Röthenbach die SPD wieder aktiv wurde. Die Ideen und Ziele waren geblieben, geändert hatten sich die Namen. Hans Bauer, Hans Haas, Hans Herbst, Johann Killermann, Martin Pürner, Hans Rötzer, Georg Traurig, Georg Ruhland, Hans Steinberger, Johann Wedel, Fritz Wohlfahrt und viele andere mehr, waren wieder bereit, für ihre Ideale, für ihre Mitmenschen zu kämpfen und Verantwortung zu übernehmen. Leider liegt als Dokumentation nur noch eine Anmeldung zur Volksversammlung am 7.12.1919 durch den damaligen Vorstand Martin Pürner vor.
Die Reichstagswahl am 6.6.1920 brachte den Sozialdemokraten wiederum einen Wahlsieg. Leider splitterten sich die Stimmen auf. Die MSPD erhielt 395 und die USPD 1048 Stimmen. Insgesamt stellten die beiden Ergebnisse zusammen allerdings einen Anteil von 73% dar.
Vor der Gemeinderatswahl am 7.12.1924 erklärten 20 Genossen vor dem Bürgemeister ihr Einverständnis zur Kandidatur: Michael Birkmann, Johann Bräun, Franz-Xaver Brandel, Georg Fischer, Hans Haas, Hans Herbst, Johann Killermann, Hans Kolb, Georg Kummert, Josef Plecher, Theobald Reuschl, Hans Rötzer, Josef Roider, Georg Ruhland, Andreas Schwaiger, Hans Sörgel, Hans Steinberger, Georg Traurig, Baptist Völkl und Johann Wolf. Gewählt wurden schließlich nur drei Genossen: Hans Rötzer, Georg Ruhland und Hans Steinberger.
Mit Sicherheit waren die Aufgaben der damaligen Gemeinderäte mindestens genauso schwer, wie die der heutigen Stadträte. Hinzu kam jedoch die äußerst schwierige Zeit. Inflation, Massenarbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise in Deutschland und auf der ganzen Welt, Hunger und Elend, erschwerten die Arbeit. Unsere Genossen setzten sich zäh und fleißig ein, fanden Anklang bei ihren Mitbürgern und konnten dann die verdienten Früchte ihrer Arbeit ernten.
Am 15. März 1928 wurde unser Genosse Fritz Neuper zum 1. Bürgermeister Röthenbachs gewählt. Fritz Neuper, an den heute noch eine Straße in Röthenbach erinnert, wurde durch sein Wirken zur Symbolfigur sowohl der Vernichtung der Demokratie in Deutschland und damit auch in Röthenbach als auch des Wiederaufbaues nach dem 2. Weltkrieg.
Fünf Jahre harter, erfolgreicher und zum Wohle der Bürger und der Demokratie ausgerichteter Arbeit liegen zwischen den beiden Zeitungsnotizen vom 16. März 1928 (Pegnitz-Zeitung) und dem 22. März 1933 (Staatsanzeiger).
Die demokratische Republik wurde 1933 vernichtet. Die Röthenbacher Sozialdemokraten im Gemeinderat erklärten in der letzten Sitzung vor ihrer Verhaftung, im Beisein von acht bewaffneten SA-Schützen: „Wir stellen unsere Schlechtesten nicht zu den Besten ihrer NSDAP“.
Genauso unerschrocken wie Otto Wels vor dem Reichstag vor Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes am 23. März 1933, das die SPD als einzige demokratische Partei ablehnte, bekannten sich Röthenbacher Sozialdemokraten zu ihrer Überzeugung. Sie wurden dafür hart bestraft. Die Genossen
wurden von den NS-Schergen verhaftet und teilweise längere Zeit im Konzentrationslager Dachau, zusammen mit anderen Sozialdemokraten, Kommunisten und aufrechten Demokraten (auch der Bayerischen Volkspartei), eingesperrt und gequält. Andere Genossen, wie Hans Bauer, verloren ihre Arbeitsplätze, hatten für ihre Familien längere Zeit kein Einkommen zur Verfügung und waren ständiger Bespitzelung und Verfolgung ausgesetzt.
Am 22. Juni 1933 kam das endgültige Verbot der SPD durch den damaligen Innenminister Frick. Damit kam das „Aus“ für alle der Sozialdemokratie verbundenen Organisationen. Ab jetzt gab es keine Naturfreunde, keine Arbeiterwohlfahrt, keinen Reichsbanner, keine Falken und keine Arbeitersport- und Gesangsvereine mehr.
Die große Finsternis brach für schreckliche 12 Jahre über das deutsche Volk herein. Unsere Genossen konnten sich nur noch heimlich oder in den zugelassenen Vereinen treffen, waren mundtot gemacht und ohnmächtig der Willkür der Nazidiktatur ausgesetzt.
1945, nach Schreckensherrschaft, Verfolgung, nach Krieg, Vernichtung, Bombenterror, aber noch vor der großen Vertreibung aus dem Osten schien über Deutschland wieder die Sonne der Freiheit aufzugehen.
Die Besatzungsmächte waren letztlich doch auf die Mitarbeit der Bevölkerung angewiesen und die noch lebenden Demokraten im Land wurden in die Pflicht genommen. Die Frauen und Männer der ersten Stunde mußten unter unsagbar schweren Bedingungen versuchen, wieder ein geregeltes Leben in Gang zu bringen. Genosse Fritz Neuper wurde am 18. April 1945, zwei Tage nach Einmarsch der Amerikaner als Bürgermeister von der Militärregierung eingesetzt und 1946 von den Bürgern gewählt.
Die Militärregierungen hatten das Sagen, von Demokratie war noch wenig zu sehen, nur Not und Elend überall. Unsere Genossen krempelten wie gewohnt die Ärmel hoch und packten zu. Sie hatten ein großes Ziel vor Augen: Leben in Freiheit und Gerechtigkeit. Als am 8. Januar 1946 unsere Partei von der Militärregierung in Bayern landesweit unter dem alten traditionsreichen Namen
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
wieder zugelassen wurde, waren die Ortsvereine meist schon funktionsfähig. Die Genossen hatten sich schon zusammengefunden, teils legal, teils illegal, und zu arbeiten begonnen.
In unserer Stadt waren dies vor allem die Genossen Hans Bauer, Josef Blobner, Georg Häckel, Hans Herbst, Johann Killermann, Nikolaus Mörtel, Robert Röhrl, Konrad Scheibel, Hans Steinberger, Johann Wedel und noch viele andere mehr, die begannen, sich den Idealen unserer Partei entsprechend, um ihre Mitmenschen zu kümmern und die Demokratie und unser Land im Sinne der Sozialdemokratie wieder aufzubauen.
Leider gab es 1948 innerhalb unserer Partei in Röthenbach Auseinandersetzungen, die schließlich zum Austritt des Genossen Neuper führten. Die Gründe für die damaligen Differenzen waren seinerzeit schwerwiegend, heute erscheinen sie geradezu lächerlich – die Zeit war eben anders. Die SPD erhielt dafür bei der Kommunalwahl 1948 von unseren Bürgern die Quittung. Der Anteil der Sitze im Gemeinderat sank von 43,7% auf 25% ab. 1952 konnten nur noch 18,75% der Sitze errungen werden. Nach dem Ausscheiden verschiedener Mitglieder begannen die altbewährten Genossen Herbst, Steinberger, Killermann, Bauer und Gottlieb Schwarz mit dem zweiten Weideraufbau nach dem Krieg. Wie die Geschichte zeigt war dieser Aufbau von Erfolg gekrönt, diese Arbeit hat sich gelohnt, der Aufstieg der Partei in unserer Stadt begann.
Gottlieb Schwarz war nach Fritz Neuper der 2. Sozialdemokrat, der an vorderster Stelle Verantwortung in Röthenbach übernehmen konnte. Mit ihm kam ein alter Sozialdemokrat und Gewerkschafter an die Spitze unserer Stadt. Schon 1913 trat er der SPD bei und verlor 1933 alle seine Ämter und seine Arbeit. Nach 1945 konnte der gläubige Christ und aufrechte Sozialdemokrat als Flüchtlingskommissar im Landkreis Lauf für die heimat- und besitzlosen Mitbürger segensreiche Arbeit leisten. Sein Name bleibt mit der Stadterhebung und der Gründung der Wohnbaugesellschaft „Selbsthilfe“ für immer verbunden. Die Ehrenmedaille der Stadt und die Ehrennadeln von SPD und ÖTV können nur äußere Zeichen der Anerkennung und Dankbarkeit sein.
Zu den alten Genossen kamen ab 1953 jüngere, aufgeschlossene und zur Arbeit bereite Genossen hinzu. Männer wie Hans Utz, Albert Lehner, Ernst Kuhne und vor allem Alfred Hartsch wurden langsam aber sicher bei den Bürgern bekannt. Man stellte fest, daß diese Männer bereit waren, in die Fußstapfen der bewährten Genossen zu treten. 25% der Sitze waren 1956 das Ergebnis. Alfred Hartsch, der als Junglehrer an einer Bekenntnisschule, ohne Rücksicht auf seine Karriere, als Sozialdemokrat in den Stadtrat einzog, später den Parteivorsitz übernahm und sechs Jahre lang als 2. Bürgermeister wirkte verstand es durch seine konstruktive Arbeit immer mehr junge Menschen zu interessieren. Alfred Hartsch wurde als Dank für seine Leistung die Ehrenmedaille der Stadt Röthenbach verliehen.
1956 kam schließlich ein Mann zur Partei, der die nächsten drei Jahrzehnte in unserer Partei und vor allem in unserer Stadt prägen sollte: Hubert Munkert begann für die SPD und für Röthenbach zu wirken.
Das Gespann Hartsch-Munkert wurde nicht müßig weitere junge Menschen zur SPD zu bringen. Ihr Einsatz, ihre politische Argumentation und ihre Persönlichkeit, sowie die Verabschiedung des Godesberger Programms der SPD veranlaßte Männer wie Ernst Singer und Theo Schultes dem Röthenbacher Ortsverein beizutreten und tatkräftig mitzuarbeiten.
Edi Wagenbüchler war es vorbehalten, insgesamt 22 Jahre im Stadtrat zu wirken. Nachdem er von 1952 bis 1956 als parteiloses Mitglied bereits dem Rat angehörte, vertrat er unsere Partei von 1960 bis 1978. Seine lange Mitarbeit und sein hervorragendes Wirken in den Vereinen der Stadt Röthenbach (über 20 Jahre 1. Vorstand bei der Arbeiterwohlfahrt und 32 Jahre 1. Vorstand beim Volkschor) wurden 1978 mit der Verleihung der Ehrenmedaille unserer Heimatstadt gewürdigt.
Das stete Wirken aller trug Früchte: 1960 erhöhte sich der Sitzanteil im Stadtrat auf 37,5%. Alfred Hartsch wurde Fraktionssprecher für drei Jahre; ihn löste Hubert Munkert ab. Die Arbeit in der Partei und im Stadtrat machte wieder Freude. Die verschiedensten Probleme tauchten auf und wurden gelöst. Die Meinungen unserer Genossen gewann immer mehr an Gewicht, nicht nur in Röthenbach. Kreisrat Hubert Munkert wurde anerkannt, sein Wort galt und gilt in Bezirk und Kreis.
In der Wahlperiode 1960 – 1966 kamen durch die Initiativen unserer Stadtratsmitglieder viele Maßnahmen in Bewegung, wobei nur an die Errichtung der Altenheime und der Abschluß des Partnerschaftsvertrags mit Les Clayes-sous-Bois erinnert werden soll. Insbesondere das letzte Ereignis beweist wieder, daß die Sozialdemokraten immer bestrebt waren und sind, für die Verständigung der Völker untereinander und die Freundschaft mit allen Menschen einzutreten und zu kämpfen.
Hubert Munkert war es, der 1963 für die SPD-Fraktion den Antrag auf Schließung einer Partnerschaft mit der französischen Stadt einbrachte. Er mußte als 18jähriger Soldat am eigenen Leib erfahren, was Haß zwischen den Völkern zustande bringt. Er mußte das Kriegsende in Frankreich in einer leidgeprüften Stadt erleben. Er mußte drei Jahre seines jungen Lebens in Gefangenschaft verbringen, wobei er aber auch erfahren durfte, wie viel schöner und sinnvoller unser aller Leben sein kann, wenn man in Frieden und Freundschaft zusammenlebt. Nach langen Diskussionen im Stadtrat, wurde am 6.12.1964 der Partnerschaftsvertrag mit Les Clayes-sous-Bois abgeschlossen.
Bis heute ist dieser Vertrag mit Leben erfüllt, Freundschaften, ja sogar Ehen wurden geschlossen und die Stadt Les Clayes-sous-Bois ehrte den Initiator und Motor dieser Freundschaft; sie verlieh Hubert Munkert die Ehrenbürgerschaft.
Die Wahlperiode 1960-66 brachte für die Partei auch einen Generationswechsel. Die älteren Genossen wie Hans Steinberger, Albert Lehner und vor allem Hans Herbst hatten wahrlich mehr als ihre Pflicht erfüllt. Im Bewußtsein, daß jüngere und tatkräftige Genossen bereit und fähig waren, die Aufgaben der Partei zu übernehmen, legten sie die Arbeit in andere Hände. An dieser Stelle soll stellvertretend für alle anderen, zwei Männer gedacht werden, die für die Sozialdemokratie in Röthenbach Hervorragendes geleistet haben.
Hans Steinberger, der bereits in jungen Jahren als Gewichtheber und Ringer weit über die Grenzen Röthenbachs hinaus bekannt wurde, war zwei Jahrzehnte lang als Gemeinde- und Stadtrat tätig. Sowohl im Bezirkstag Lauf, als auch beim Finanzausschuß in Hersbruck und als Schöffe beim Landgericht Nürnberg arbeitete er unermüdlich für seine Mitbürger und die Demokratie. „Belohnt“ wurde er 1933 dafür mit einem langen Aufenthalt im KZ Dachau.
Hans Herbst, vor 1933 schon Gemeinderat für die SPD, 1925 bereits Vorstand im Arbeitergesangverein „Männerchor“, ein aufrechter Christ, ein Mensch der sich für seine Mitmenschen einsetzte, der seiner ehrlichen Überzeugung immer und auch unter Lebensgefahr treu blieb, mußte als 36jähriger Familienvater, wegen seiner Treue und Aufrichtigkeit, zusammen mit seinen Parteifreunden Johann Steinberger, Johann Wedel, Fritz Wohlfahrt und Hans-Georg Haas, den leidvollen Weg ins KZ Dachau antreten. Nach einem halben Jahr Leid, Mühsal und Sorge wurde er wieder entlassen und mußte den Rest des „1000jährigen Reiches“ abwarten, um sich ab 1945 sofort wieder der Allgemeinheit zu widmen. Nichts konnte ihn von seinem Ziel, den Menschen zu helfen und eine stabile Demokratie aufzubauen, abbringen. Ob man ihn wegen seiner Gegnerschaft zur Wiederaufrüstung unflätig angriff, oder ob man ihn als Kommunisten beschimpfte, weil er sich intensiv für die Wiedereinführung der Gemeinschaftsschule einsetzte – Hans Herbst blieb seinen Grundsätzen treu. Der Stadtrat hat ihm für seine Verdienste, bei seinem Ausscheiden aus diesem Gremium 1965 die Ehrenmedaille überreicht. Hubert Munkert sagte damals: „Ich glaube die Geschichte hat Hans Herbst Recht gegeben. Nach 1945 hat er nicht Gleiches mit Gleichem vergolten. Auch hier liegt seine Größe.“ Allen Genossen, die bisher für die SPD gekämpft und gelitten haben, sei an dieser Stelle herzlich gedankt.
Mit jugendlichem Elan und viel Zuversicht machten sich die jungen Genossen verstärkt an die Arbeit. Als Nachfolger von Hans Herbst zog 1965 Theo Schultes als das bis dahin jüngste Mitglied in den Stadtrat ein. Der vom damaligen Bürgermeister Fischer geäußerte Wunsch: „Wollen sie ein trueer Mitarbeiter unseres Stadtrates sein“, ging mit Theo Schultes in Erfüllung. Er gehört heute noch dem Gremium an und ist seit 1972 2. Bürgermeister unserer Stadt. Bis 1966 fanden noch viele Persönlichkeiten den Weg zu unserer Partei. Genossen wie Walter Seifert, von 1966 – 1984 Stadtratsmitglied und heute der Leiter der Stadtkapelle, Karl Knauer, Stadtat von 1966 – 1978, Eugen Wexler, Stadtrat von 1966 – 1978 und langjähriger Parteivorstand, und noch viele andere mehr, halfen mit, durch ihren Einsatz und ihre Mitarbeit, einen guten Grundstock für die Wahl 1966 zu legen.
Am 1. Mai 1966 hatte die Sozialdemokratische Partei in Röthenbach ihr Traumziel erreicht:1. Bürgermeister wurde Hubert Munkert.Seine, unsere Partei, errang erstmals 50 % der Sitze im Rathaus, von damals 20 Mitgliedern gehörten 10 der SPD an. Mit der Stimme des Bürgermeisters verfügte die Partei über die absolute Mehrheit. Für dieses Ziel haben zahlreiche Genossinnen und Genossen viele Jahrzehnte gekämpft und gelitten. Die heutige Generation kann dieser Freunde immer nur dankbar gedenken. Wie schon 1928, als erstmals ein Sozialdemokrat Bürgermeister wurde und die SPD-Gemeinderatsmitglieder mit die Verantwortung übernahmen, war auch 1966 vor allem die Wohnungssituation in Röthenbach als katastrophal zu bezeichnen. Bis zu 500 Gesuche für eine Wohnung lagen vor. Die Stadtwerke mußten in ihren technischen Anlagen modernisiert werden. Die Partei war aufgerufen in Bonn für geordnete Verhältnisse zu sorgen. Mitglieder mußten geworben werden. Unsere Partei stand in einer Aufschwungphase, die von jedem Mitglied harte Fleißarbeit erforderte.
Nach Gründung der Wohnungsbaugesellschaft konnte eine Vielzahl von neuen Wohnungen geschaffen werden. Die Bürger fanden wieder ein Zuhause in ihrer Heimatstadt und mußten nicht mehr in die Nachbargemeinden abwandern. Um aber dieses Ziel verwirklichen zu können, waren unzählige Eingemeindungsverhandlungen nötig, Verträge mit Wohnungsbauunternehmen waren abzuschließen, die Neubaugebiete mußten erschlossen werden. Die SPD stand natürlich all diesen erforderlichen Maßnahmen positiv gegenüber, auch mit dem Wissen, daß große Ausgaben bevorstanden und die Finanzlage der Stadt nicht allzu rosig war.
Nach der Wahl 1969 kam es in der Bundesrepublik zum ersten Mal zu einer von Sozialdemokraten geführten Koalitionsregierung, nachdem unsere Genossen in der vorhergegangenen Großen Koalition, unter Willy Brandt als Vizekanzler und Außenminister, ganz hervorragende Arbeit geleistet hatten. Erstmalig war es möglich, die lange fälligen Reformen in der Arbeits- und Sozialgesetzgebung anzugehen und in der Friedenspolitik einen Vorwärtskurs zu steuern. Die Sozialdemokraten hatten Gelegenheit, in allen Bereichen der Gesetzgebung, mehr als bisher die berechtigten Belange derer, die bislang im Schatten gestanden hatten und immer nur als „notwendiges Übel“ betrachtet wurden, zu berücksichtigen. Endlich konnte eine arbeitnehmerfreundliche Politik verwirklicht werden. Vergessen dürfen wir allerdings nicht, daß die Idealvorstellungen unserer Partei nicht 100 %ig zu erfüllen waren, da im Bundestag und damit in der Regierung, der Koalitionspartner, die arbeitgeberfreundliche FDP, zu berücksichtigen war. Willy Brandts Zielsetzung lautete: Aktive Friedenspolitik nach Außen – Reformen im Inneren. An verschiedene Verbesserungen und Neuerungen soll hier stichwortartig erinnert werden, da dies alles bereits 15 Jahre und mehr zurückliegt und heute als Selbstverständlich gilt. – Verbesserung der Alters-, Hinterbliebenen- und Versehrtenrente – Anpassung der Renten an die allgemeinen Lohn- und Gehaltserhöhungen – Betriebsverfassungsgesetz – Lohnfortzahlung im Krankheitsfall – Aktivierung der Friedenspolitik – Erleichterung in den Beziehungen zu unseren Mitbürgern in der DDR – Aussöhnung mit den ehemaligen Gegnern im Osten.
Am 19.3.1970 betrat erstmals ein Bundeskanzler – Willy Brandt – offiziell den Boden der DDR und traf sich mit Ministerpräsident Willi Stoph. Am 12.8.1970 wurde der Gewaltverzichtsvertrag mit der Sowjetunion geschlossen.
Der Vertrag mit Polen, die Berlinverträge der Besatzungsmächte und die Vereinbarung mit der DDR waren logische Folgen einer konsequenten Friedenspolitik. Endlich wurde die Berliner Mauer etwas durchlässiger, Kinder und Eltern, Brüder und Schwestern konnten sich wieder sehen, harte menschliche Schicksale wurden etwas verträglicher. Das Klima zu den ehemaligen Gegnern im Osten wurde besser. Willy Brandt war und ist in Ost und West angesehen, seine Politik wurde anerkannt. Das Nobelpreiskomitee verlieh dem Sozialdemokraten Willy Brandt im Oktober 1971 den Friedensnobelpreis.
Im Jahre 1969 fand neben der Regierungsübernahme noch ein für Sozialdemokraten erfreuliches und bedeutendes Ereignis statt. Gustav Heinemann wurde Bundespräsident – ein allseits geachteter und beliebter Volkspräsident.
Trotz der großen Erfolge der Bundesregierung wollten die Vertreter der CDU/CSU, gestärkt durch einige „Parteiwender“, die Regierung stürzen. Der Mißtrauensantrag wurde abgelehnt, die vorgezogenen Neuwahlen am 19.11.1972 brachten einen großen Vertrauensbeweis für die SPD. 45,8 % der Stimmen erhielt unsere Partei. Für Röthenbacher Sozialdemokraten war diese Wahl der 2. Erfolg 1972.
Schon bei den Kommunalwahlen im Frühjahr errang unsere Partei die 2/3 Mehrheit im Stadtrat, natürlich mit Hubert Munkert als Bürgermeister. Die eindrucksvolle Arbeit, die erzielten Erfolge und die gute Darstellung unserer Stadt nach außen waren der Grundstock dieses schönen Erfolges. Am 1.5.1975 trat auch die Gebietsreform in Kraft. Nach langen Verhandlungen und Gesprächen, wobei die Gegner einer großen Reform teilweise recht unqualifizierte Begründungen vorbrachten, wurden schließlich die jetzigen Stadtteile Seespitze, Himmelgarten, Haimendorf, Renzenhof und Moritzberg in die Stadt Röthenbach eingegliedert.
Die mir den ehemaligen Gemeinden Haimendorf und Wetzendorf geschlossenen Eingemeindungsverträge wurden selbstverständlich schnellstens erfüllt; der Bürgermeister und die Sozis standen und stehen ja immer zum gegebenen Wort. Nach 14 Jahren können und werden alle Bürgerinnen und Bürger der neuen Stadtteile feststellen, daß sie den damaligen Schritt nicht zu bereuen brauchen. Selbstverständlich war es für die SPD, sofort einen Kandidaten aus einem solchen Ortsteil für die Wahl 1972 zu nominieren. Erich Munkert aus Renzenhof gehört seit jenem Jahr dem Stadtrat in Röthenbach an, wobei er bereits von 1966 bis 1972 als Gemeinderat in Haimendorf tätig war. Somit ist Erich Munkert nach Hubert Munkert und Theo Schultes der dienstälteste Sozialdemokrat im Röthenbacher Parlament.
In den Baugebieten Seespitze und Steinberg war zwischenzeitlich eine rege Bautätigkeit im Gange. Die Vertragsabschlüsse, die Erschließungsmaßnahmen der Neubau der Ortsdurchfahrten, die Sicherung der Versorgung durch die Stadtwerke und vor allem die Planung und Genehmigung des Schulzentrums am Steinberg brachten große Arbeit und Verantwortung mit sich. Ein neues Kapitel der Schulgeschichte Röthenbachs begann. Die Arbeiterstadt Röthenbach wurde Sitz eines Gymnasiums und einer Teilhauptschule II.
Junge Menschen aus Rückersdorf, Schwaig, Leinburg und der Stadt Nürnberg erhalten im modernen Schulzentrum eine gute Ausbildung als Grundlage für ihr späteres Leben. Moderne Schulräume, eine großzügige Turnhalle, die Außensportanlage mit der 400m-Bahn, ein Hallenschwimmbad und eine der größten und schönsten Bibliotheken stehen nicht nur den Schulen, sondern der gesamten Bevölkerung zur Verfügung. Unsere Partei hat, gestützt auf das Vertrauen der Bevölkerung, unser Röthenbach schöner, liebens- und lebenswerter gemacht.
Die von Willy Brandt in Bonn verantwortlich gestaltete Politik ermöglichte im Jahre 1973 den Eintritt der Bundesrepublik Deutschland in die Vereinten Nationen – immerhin ein Ereignis, an dessen Verwirklichung einige Jahre früher niemand glauben konnte.
Von einem Genossen, der seit 1969 im Bundestag verantwortungsbewußt in vorderster Linie kämpft, können die Röthenbacher behaupten, ihn nach Bonn geschickt zu haben. Dr. Dieter Haack hat maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Politik in Bonn, er gehörte dem Kabinett als Staatssekretär und zuletzt als Minister an.
Wie die Geschichte zeigt, waren und sind die Sozialdemokraten für ihre Ziele und Ideale stets mutig und aufrecht eingetreten. Sie haben sich nie gescheut, auch die letzte Konsequenz auf sich zu nehmen. Willy Brandt zögerte überhaupt nicht, als der leidige Spionagefall im Kanzleramt aufgedeckt wurde, und trat am 6.5.1974 zurück. Ein Schritt, der von Herren anderer Regierungen, bei gleicher Einstellung zur Demokratie, schon lange hätte vollzogen werden müssen.
Der Jubel des politischen Gegners war verfrüht. Ein großer Staatsmann folgte ihm. Helmut Schmidt sollte es vorbehalten sein, das Ansehen Deutschlands noch weiter zu mehren, das soziale Netz noch enger zu knüpfen und in schwieriger Zeit das Schiff sicher durch die Klippen zu steuern. Es ist bezeichnend für ihn und zeichnet ihn aus, daß heute noch sein Rat bei Staatsmännern auf der ganzen Welt gefragt und beachtet wird.
1978 bei den Kommunalwahlen knickte die Erfolgskurve unserer Partei etwas ab. Von 16 Sitzen im Stadtrat gingen drei verloren. Trotzdem konnte Hubert Munkert seine erfolgreiche und anerkannte Arbeit mit Unterstützung einer absoluten Mehrheit fortsetzen. Erstmalig zog für die Sozialdemokraten eine Frau in den Stadtrat ein – Ullrike Knoch.
Die Stimmverluste stachelten unsere Genossen zu noch mehr Aktivitäten an. Eine Buslinie wurde eingeführt, die von der Wenderegierung abgeschaffte kostenlose Schülerbeförderung wurde von der Stadt übernommen, Flächennutzungs- und Bebauungspläne erstellt und vor allem der Bau einer Mehrzweckhalle und eines Bauhofes beschlossen. Die Halle soll und wird die Lebensqualität in Röthenbach weiter verbessern, sie wird uns Röthenbachern viel Gelegenheit geben, um uns in der Freizeit zu erholen – sei es auf sportlichem oder kulturellem Gebiet, sei es aktiv oder passiv. Der Bauhof soll und wird in erster Linie Einsatzfähigkeit und –bereitschaft der Arbeiter und Angestellten zum Wohle unserer Einwohner verbessern.
Dieses erfolgreiche und segensreiche Wirken unserer Stadtratsmitglieder und die gute und fleißige Parteiarbeit unserer vielen Genossinnen und Genossen wurde 1984 wieder belohnt. Unermüdlich waren die Sozialdemokraten tätig, sei es nun bei Familienfesten, bei Schafkopfturnieren, bei Bürgergesprächen, bei Radtouren und Wanderungen, bei der Verteilung des „Mühlenrades“ oder anderer Parteiinformationen. Jede und Jeder stand aufrecht zur Partei und setzte sich für sie ein.
Den Lohn brachte die Wahl am 18. März 1984. Ein Sitz konnte hinzugewonnen werden. 14 sozialdemokratische Stadträte, darunter zwei Frauen, stehen Huber Munkert zu Seite. Genosse Heinrich Butzer wurde zum 3. Bürgermeister gewählt. Er ist bereit, die über ¼ Jahrhundert dauernde Verantwortung der SPD in der Zukunft weiter mitzutragen.
Wenn auch in der Bundespolitik die SPD im Moment nicht Regierungsverantwortung tragen kann, so können wir Sozialdemokraten auf unsere über 120 Jahre alte und trotzdem junge Partei stolz sein. Für sie gelten die Worte von Carlo Schmidt, anläßlich des hundertjährigen Jubiläums, heute und in der Zukunft: „Die SPD hat kein Dasein in der Retorte des Homunculus geführt. Sie hat sich mitten in der Geschichte unseres Volkes gestellt und ist tätig und leidend von dieser Geschichte mitgeformt worden, von der politischen, von der wirtschaftlichen, von der Geistesgeschichte unseres Volkes. Und sie hat wiederum die Geschichte dieses Volkes selbst mitgeformt: oft durch eigenes, gestaltendes Tun; manchmal indem ihr Dasein und Wachsein andere zwang, ungewollt nach ihren Vorstellungen zu handeln. Diese Partei hat nie „gepaßt“ – sie hat immer Partei genommen. Sie hat dies eh und je im Bewußtsein der Verantwortung vor der geschichtlichen Stunde getan.“
An der Fortsetzung Arbeiten wir gerade ...
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